gärten in der stadt

Eigentlich ist es in Gärten wie bei der Einrichtung eines Hauses: Wo wenig Platz ist, muss man sorgfältiger planen, konsequenter gestalten und aus Widrigkeiten Tugenden machen. Besitzer von Stadtgärten kennen solche Probleme zur Genüge. Da schließt eine unattraktiv verputzte Hauswand das Grundstück ab, dort grenzt die Terrasse der Nachbarn direkt an die eigene und raubt die wichtige Privatsphäre ? von den oftmals wenig günstigen Verhältnissen für die Pflanzen einmal ganz zu schweigen. Denn kleine Flächen müssen nicht langweilig bleiben, Enge nicht ungemütlich und wenig Platz ist kein Grund für Tristesse.

Da ist der kleine Innenhof zwischen mehreren Gebäudeteilen. Ruhig und windgeschützt bietet er ein ideales Mikroklima. Dafür fällt nur für eine kurze Zeit am Mittag wirklich Sonne hinein. Statt hier Trübsal zu blasen, könnte man mit schattenliebenden Pflanzen eine Dschungelatmosphäre schaffen. Großblättrige Gehölze nehmen keinen Schaden durch Wind, Farne und Schattenstauden verdorren nicht in der Sonne ? mit Mitbringseln aus aller Herren Länder dekoriert entsteht ein idealer Ort für Menschen mit Fernweh.

Die Terrasse vor dem Wohnzimmer ist nur wenige Quadratmeter groß? Was für ein Glück! Denn dann lassen sich die Wohlfühlaromen von Lavendel, Kräutern und Co. sogar vom Sofa aus genießen. Sie gehören glücklicherweise zu den Pflanzen, die auch mit wenig Platz zufrieden sind und in Kübeln wachsen. Damit kann man schnell umdekorieren und den Platz dem Anlass entsprechend nutzen. Wenn dann noch die Bodenbeläge von Terrasse und Wohnraum farblich zueinander passen, erweitert sich der Wohnraum ins Freie und selbst die kleinste Terrasse wird optisch größer. Auch wenn der Garten zu klein für große Pflanzen ist, bleibt mit einfachen Tricks ausreichend Platz für üppiges Grün. Ganz leicht angelegt sind erhöht liegende Beete, die die Pflanzen größer und damit präsenter wirken lassen.

Ein Garten ohne Sitzgelegenheit ist Verschwendung! Aber nichts ist schlimmer, als einen einzurichten, den man kaum nutzt, weil man sich von allen Seiten beobachtet fühlt. Abhilfe schaffen dekorative Rankgerüste mit Kletterpflanzen. Romantische Stimmung erzielen filigrane Konstruktionen aus Schmiedeeisen oder korrodiertem Stahl, klassischerweise kombiniert mit Kletterrosen und Clematis. Im Winter fällt trotz kurzer Tage ausreichend Licht auf die Terrasse und das angrenzende Wohnzimmer, sommers sitzt man mitten im Geschehen zwischen Gästen, summenden Bienen und duftenden Blumen ? einer von vielen Vorteilen eines kleinen Stadtgartens.

Mehr Bilder und praktische Gestaltungstipp finden Sie in dem Buch von GartenEden-Redakteurin Martina Löber: Stadtgärten planen - gestalten - erleben. Callwey Verlag. 144 Seiten, 200 Abbildungen. 36 Euro, SFR 60,90.

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