robinsons eiland: mount usher

Sie haben etwas gegen Unordnung? Dann lassen Sie sich in Mount Usher in Irland überzeugen, dass das scheinbare Chaos eine perfekte Ordnung hat. Ganz natürlich wirkt die seltene Pflanzenmischung aus aller Herren Länder. Schöpfer der Idylle war ein Gärtner und Literat: William Robinson.

Kaum lässt sich ein Fuß neben den anderen setzen, so schmal sind die Wege, die sich zwischen moosbewachsenen Steinen und unter wuchernden Stauden oft nur schwer verfolgen lassen. Hinter überhängenden Ästen warten verborgene Pflanzenschätze, hinter jeder Wegbiegung kann man eine neue Welt bereisen: zwischen Palmen wie am Mittelmeer fühlen, unter Eukalyptus von Australien träumen und an der nächsten Ecke dem asiatisch anmutenden Farbrausch von Rhododendren und Azaleen erliegen. Und nicht nur bei Kindern kommt auf den schaukelnden Hängebrücken über künstlichen Wasserfällen waschechtes Dschungelfieber auf. Hier wachsen australische Silberakazien (Acacia dealbata), japanische Faserbananen (Musa basjoo) und chinesische Spießtannen (Cunninghamia lanceolata), Kauri (Agathis australis), neuseeländische Teebäume (Leptospermum scoparium) und Kiwi (Actinidia deliciosa). Edward Walpole ? ein Geschäftsmann aus Dublin ? kaufte 1868 die Wassermühle zwischen den Flüssen Vartry und Killeskey, in der er auf seinen Wandertouren durch die Wicklow Mountains oft zu Gast gewesen war. Seine Söhne machten aus dem Acker, der den Mühlenbewohnern zur Versorgung mit Kartoffeln und Gemüse gedient hatte, schnell einen ansehnlichen Garten. Als noch die viktorianisch-streng gestalteten Anlagen mit schnurgeraden Beeten, Einjährigen in grellbunten Farben und akkurat gepflegten Rasenflächen als zeitgemäßes Zeugnis dienten, wie der Mensch die Natur beherrschte, revolutionierte ein Ire die Gartenwelt. William Robinson (1838-1935) war nicht nur bestens ausgebildeter Gärtner, sondern auch Journalist und Autor zahlreicher Bücher. In »The Wild Garden« veröffentlichte er zum ersten Mal seine Idee, Wildstauden durch geschicktes Kombinieren so in Szene zu setzen, dass sie zu Schmuckstücken des Gartens werden. Er beschränkte sich aber nicht nur auf einheimische Pflanzen, sondern verwendete auch Bäume und Sträucher aus anderen Teilen der Erde, die sich im Klima Irlands gut bewähren würden. Sein Credo war, im Garten die größtmögliche Menge an Pflanzen auf die allereinfachste Weise wachsen zu lassen; Beete so anzulegen, dass sie genug Platz bieten, angenehm darin zu arbeiten, und keinen Zentimeter mehr an Wege zu vergeuden als nötig.

http://homepage.eircom.net/~gardens


 

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