
Esszimmer, Ruheraum und Skulpturengalerie ? im Garten der GartenEden-Leser Ute Brehm und Michael Schröter im Bergischen Land inszenieren die Besitzer einzelne Pflanzen, ganze Gartenräume und öffentliche Kunstausstellungen.
Ein Garten ist immer im Wandel und steckt voller Erinnerungen. Besonders bei Ute Brehm und Michael Schröter im bergischen Örtchen Tüschenbonnen bei Much. Ihr Hausbaum ? ein Weißdorn (Crataegus monogyna) war ein Geburtstagspräsent, die Linde (Tilia cordata), die den Frühstücksplatz am Haus beschattet, ein Willkommensgruß der Dorfgemeinschaft, nachdem das Ehepaar 1995 nach der Renovierung in das Bauernhaus einzog.
Ebenfalls ein Geburtstagsgeschenk von Ute Brehm an ihren Mann war der Amberbaum (Liquidambar styraciflua), der mit seiner leuchtenden Herbstfärbung die spätsommerlichen Blüten in den Staudenbeeten ergänzt. Überhaupt bestimmt das Spiel mit Farben den Eindruck der Anlage. Kein Wunder, wenn ein Grafikdesigner und die Dozentin der Möbelfachschule Köln bei der Gartengestaltung aktiv werden.
Jede Jahreszeit hat ihre Farbe
Ist der Schnee verschwunden, beherrschen die Frühlingsfarben Gelb und Blau das Bild. Anschließend blühen vor allem hellrosa Rosen und Stauden in zartem Blau. Zum Spätsommer werden die Farben dann etwas kräftiger, die Einjährigen dominieren die Beete. Besonders im sogenannten Feuerbeet leuchten einjährige Blumen in warmen Rot-, Orange- und Gelbtönen.
Das Feuerbeet entstand eigentlich aus der Not heraus, ist aber inzwischen eine der Attraktionen des Gartens: Jedes Jahr veranstaltet das Ehepaar ein großes Osterfeuer für Nachbarn und Freunde. Auf den verbrannten Fleck im Rasen wird anschließend eine bunte Blumenmischung ausgesät. Kapuzinerkresse, Zinnien und Ringelblumen passen gut zum natürlichen Charme des Gartens. Im Spätsommer werden die Samen für nächstes Jahr geerntet.
Genau wie bei der Renovierung der Hofgebäude setzen Ute Brehm und Michael Schröter bei der Gestaltung des Gartens auf alte Werte. Der Charakter des Bergischen Landes spiegelt sich in der Verwendung der Materialien wider. Mauern, Wege und Sitzplätze sind aus dem Sandstein angelegt, der sich auch in den Fundamenten der alten Fachwerkhäuser findet. Eichenlatten aus den Gefachen eines zerfallenen Fachwerkhauses wurden zum Zaun umfunktioniert und umschließen den Gemüsegarten im flacheren Teil des Gartens.
Die Liebe zur Natur
Wer Ute Brehm und Michael Schröter im Sommer besucht, muss unter Umständen ein Weilchen suchen. Das Grundstück ist weitläufig und in verschiedene Räume gegliedert. Mehrere Sitzplätze im Garten laden zum Frühstück im Grünen oder Ausruhen von getaner Gartenarbeit, zum geselligen Beisammensein in größerer Runde oder zum entspannenden Sonnenbad. Auf den etwa 5.000 Quadratmetern bleibt genug Platz für ruhige Momente. Und für Entdeckungen.
Darüber hinaus nutzt das Künstlerehepaar den Garten mehrmals im Jahr für Kunstausstellungen und öffnet ihn im Rahmen der »Offenen Gartenpforte Rheinland«. Gäste zu haben ist für das gartenbegeisterte Ehepaar immer eine große Freude. »Ich bin auf dem Dorf aufgewachsen, dort ist es normal, dass die Türen jederzeit offen stehen«, erklärt Ute Brehm. Deshalb ist in Haus und Garten eigentlich immer etwas los. Zum Tag der offenen Gartenpforte, bei Ausstellungseröffnungen oder als Gäste der Ferienappartements ? Besucher sind hier stets willkommen.
»Die Liebe zur Natur und zum Garten habe ich wohl von meiner Mutter und meiner Großmutter mitbekommen«, erzählt die Gartenbesitzerin. »Und ich finde es wichtig, dass man sich von klein auf mit Pflanzen beschäftigt.« Umso mehr freut sie sich, wenn zum Tag der offene Gartenpforte auch Kinder ihren Garten entdecken. »Urlaubsreisen im Sommer brauchen wir nicht. Wir genießen dann lieber unseren Garten ?«