
Mildes Klima, bester Boden, ein malerisches Dorf als Kulisse und ein weitläufiges Grundstück lassen GartenEden-Leserin Christina-Ricarda Lange in ihrem Garten im Wendland aus dem Vollen schöpfen. Dort herrschen paradiesische Zustände für Liebhaber großzügiger Pflanzungen.
Viel Geld haben Besucher geboten, um eine einzige Nacht im Zimmer mit den großen Fenstern und dem direkten Blick in den Garten zu verbringen. Um einmal vom Bett aus die Nebelschwaden vom Teich ins offene Moorland ziehen zu sehen; dabei zu sein, wenn im Garten der Tag erwacht und der Tau von den gigantischen Gunnera-Blättern ins unberührte Gras tropft. Dabei gehören die ruhigen Stunden am frühen Morgen nur Christina-Ricarda Lange und ihrem Garten?
Kleine Taten ? große Wirkung
Überhaupt scheinen Samen hier auf gesegneten Boden zu fallen: Torf und Humus bilden die fruchtbare Pflanzschicht, und »wer hier seinen Daumen in den Boden steckt, wächst an«, scherzt die Gartenbesitzerin. Was andere mühselig anpflanzen, bringen Vögel oder der langsam fließende Bach mit. Und was anwächst und sich bei den speziellen Standortbedingungen bewährt, wird von Christina-Ricarda Lange passend kombiniert. »Gärtnern mit der Natur, nicht gegen sie« lautet ihr Motto bei der Gartengestaltung. »Meine Mutter hatte einen Garten im typischen Stil von Karl Foerster und so sah dieser Garten hier am Anfang auch aus.«
Auf allen Vieren kroch sie fast täglich durch die Anlage, um Wildkräutern den Garaus zu machen. Bis eines Tages etwa 30 Wildschweine dem Garten einen nächtlichen Besuch abstatteten, die Beete verwüsteten und von den sorgsam zusammengestellten Einzelstauden nicht viel übrig ließen. Inzwischen ist die pensionierte Lehrerin nicht mehr traurig über diesen Zwischenfall: »Ich habe gemerkt, dass ich meinen Garten viel schöner finde, wenn ich die Pflanzen flächig einsetze.« Sie liebt Japan-Anemonen (Anemone hupehensis), und wo sie einmal eine pflanzt, findet sie spätestens im nächsten Jahr ein ganzes Feld. Pflanzen mit auffälligen Blattformen und panaschiertem Laub haben es ihr angetan. Auch Rotlaubiges findet sich an mehreren Stellen im Garten ? passend zu imposanten Blut-Buchen, die den Zugang zum Grundstück säumen.
Ein Garten kann Liebe geben
»In meinem Garten kann ich alles um mich herum vergessen. Ich liebe mein grünes Reich«, schwärmt die gebürtige Berlinerin. Und diese Liebe teilt sie gerne mit anderen. Jedem ihrer vier Kinder und Enkel hat sie eine ganz besondere Pflanze gewidmet. Bei jedem Besuch wird diese begutachtet, oft sogar am Telefon nach deren Wohlergehen gefragt. Zweimal im Jahr ist der Garten im niedersächsischen Schnega im Rahmen der Initiative »Gartenräume« öffentlich zugänglich. Ganz gerührt erzählt Christina-Ricarda Lange von Besuchern, die 250 Kilometer gereist waren, um ihren Garten zu besichtigen, abends heimfuhren und am nächsten Morgen um vier Uhr aufstanden ? nur um erneut ihren Garten zu genießen.