weniger ist schwer!

Sammlergärten haben oft ein Problem: Die Fülle begehrenswerter Stauden und Gehölze sorgt für ein wenig geordnetes Bild. Dieses gestalterische Problem wollte Ute Adelt auf gar keinen Fall in ihrem eigenen Garten haben. Von Anfang an hat sich die exzellente Pflanzenkennerin auf eine formale Grundgestaltung verlassen. Alles hat sie in ihrem Garten selber gemacht. Die Ideen dazu hat sie weniger aus konkreten Vorbildern. Zwar hat sie immer wieder gemeinsam mit ihrem Mann Axel die Gärten Englands und Schottlands besucht und besitzt eine ansehnliche Bibliothek von Gartenbüchern; aber es ist ein ganz eigener Gestaltungssinn, der sie lenkt. Und manchmal fasst sie sich ein Herz und trennt sich von lieb gewordenen Pflanzen, damit das Gesamtbild erhalten bleibt. Wegwerfen kann sie Pflanzen einfach nicht. Erst jüngst hat sie große Mengen des Steinsamen (Buglossoides) entfernt und säckeweise dem Botanischen Garten ihrer Heimatstadt gespendet. Am nahen Bach befindet sich außerhalb der Gartengrenzen ein "Parkplatz" für Stauden und Gehölze, die noch zu klein sind, um in die Beete gepflanzt zu werden. »Ich arbeite seit fast 20 Jahren an unserem Garten und verbringe jeden Tag viel Zeit darin. Ein Garten wird doch eigentlich nie fertig ? und der ständige Wandel ist schließlich eine große Herausforderung für jeden Gartenfreund«, sagt die Gärtnerin aus Leidenschaft.

Wie andere Pflanzenspezialisten wird auch Ute Adelt von dem richtigen Gespür für die Bedürfnisse ihrer Schätze gelenkt. So hat sie im Umgang mit dem Blauen Scheinmohn (Meconopsis grandis, M. betonicifolia und deren Hybriden) - einer der begehrtesten Gartenstauden überhaupt - im Lauf der Jahre so große Erfahrungen gesammelt, dass inzwischen jedes Jahr Hunderte der kostbar wirkenden Blüten in ihrem Garten zu bewundern sind. Solch seltene Pracht lockt natürlich nicht nur andere Staudenfreunde an: Auch das Fernsehen war schon zu Gast im Garten. Mitten in einem städtischen Wohngebiet liegt das Paradies mit vielen asiatischen Pflanzen. Überblicken kann man es vom höher gelegenen Haus aus ? aus den Panoramafenstern kann man die zentrale Sichtachse zum Teich mit der malerischen Schwarz-Kiefer gut sehen. Die von Buchs eingefassten Rabatten bieten jahreszeitlich immer wieder wechselnde Bilder. Im Frühling blühen bereits unzählige Wildblumenzwiebeln darin, im Mai und Juni bietet der Scheinmohn einen atemberaubenden Anblick und im Hochsommer sorgen Phloxe für kräftige Farbakzente. Dutzende kräftiger Hosta-Sorten bilden mit ruhig gezeichneten Blättern dezente Farbbrücken, ebenso wie die allgegenwärtigen Formen des Storchschnabels (Geranium). Sie dienen als Füllpflanzen, sollen aber wegen ihrer Starkwüchsigkeit allmählich anderen Arten weichen.

Immer wieder werden einschneidende Veränderungen am Garten vorgenommen. Vor dem Gartenhaus musste eine große Lärche weichen, um einer Sumpf-Eiche (Quercus palustris) Platz zu machen - sie wirkt freundlicher und hat eine spektakuläre Herbstfärbung. Auch vor dem Neuordnen ganzer Beete scheut sich Ute Adelt nicht. »Man muss von Zeit zu Zeit die flanzungen überarbeiten, wenn sie ihr volles Potenzial entfalten sollen«, sagt sie - und ist schon wieder unterwegs!

Die schönsten Lesergärten gibt es in jeder neuen Ausgabe von GartenEden. Das Magazin liefern wir direkt zu Ihrer Haustür.
Abonnieren
Sie GartenEden für nur 20 Euro und wählen Sie aus attraktiven Prämien.

 

«« zurück

Das aktuelle Magazin

 

 

GartenEden abonnieren

 

 

Newsletter abonnieren

 

 

Exklusiv in GartenEden