
Kaum ist der Winter vorbei, regt sich die Natur wieder. Krokusse und andere Frühlingsboten verwildern zu Hunderten auf Wiesen und in Beeten ? als erster Hingucker im Gartenjahr. Wir verraten Ihnen, wie Sie die Vermehrung der schönen Zwiebelpflanzen fördern.
Die Natur denkt an alles: Kaum sorgen die ersten Sonnenstrahlen stundenweise für wärmere Verhältnisse, schieben sich leuchtende Blüten aus Zwiebeln und Knollen durch die Bodendecke. So viel Farbe so früh im Jahr macht munter.
Viel tun muss man dafür nicht; selbst der viel gerühmte »grüne Daumen« ist entbehrlich. Alles, was nötig ist, wird mit dem Kauf einiger Tüten mit Frühlingsblumenzwiebeln im Herbst getan. Da allerdings sollte man nicht sparen. Je dichter gepflanzt wird, desto größer ist die Chance, dass sich die Pflanzen zufrieden stellend vermehren. Besonders für Winterlinge (Eranthis hiemalis), Blausterne (Scilla sibirica), Schneestolz (Chionodoxa luciliae) und alle Krokusse ist das wichtig. Sie vermehren sich nicht nur vegetativ durch die Bildung von Tochterzwiebeln, sondern vor allem durch Aussaat. Dazu sind sie in erster Linie auf die Bestäubung durch den Wind angewiesen. Per Lufthauch kann die Befruchtung am sichersten über kurze Distanzen erfolgen.
Eine lange Lagerung schadet allen Zwiebeln. Deshalb am besten sofort in den Boden damit! Arten wie Winterling und Sternanemone (Anemone blanda), die keine Zwiebeln, sondern verdickte Wurzelstöcke bilden, sollten vor der Pflanzung zwischen Oktober und Dezember etwa 24 Stunden gewässert werden. Das sorgt für einen guten Start.
In Rasenflächen können Sie die Rasennarbe in handlichen Platten ausstechen und abheben, dann die Zwiebeln ungefähr fünf Zentimeter tief in Gruppen verteilen. Wer es gut meint, kann etwas Kompost ? oder bei sehr schweren Böden eine Schicht Sand ? um die Zwiebeln geben. Rasen wieder auflegen, fertig!
In Beeten oder unter Gehölzen, wo im Sommer wenig wächst, können mit Zwiebelblumen im Frühjahr bunte Teppiche entstehen. Hier ist die Vermehrung durch Aussaat einfacher, weil sie gärtnerischer Ordnungswille nicht behindert. Wer in Rasenflächen mit den Jahren immer dichtere Bestände haben will, muss nicht nur bis zum Vergilben und Absterben des Laubes von Krokus & Co. warten, sondern sogar ein wenig länger. Die Samenreife erfolgt je nach Witterung noch bis zu weiteren vier Wochen später. Ein botanischer Kniefall schafft Klarheit: Springen die Samenkapseln augenscheinlich auf, darf ein paar Tage später der Rasenmäher in Aktion treten. Dann ist es meistens schon Mitte Mai ? aber der Aufwand lohnt. Der nächste Februar kommt bestimmt!
Frühlingskrokusse (Crocus vernus) fühlen sich auf lehmigen Böden in Rasenflächen wohl. Dann säen sie sich bereitwillig aus. Krokus-Singles finden sich dank der Verbreitung durch Ameisen auch an entfernten Standorten im Garten. Narcissus cyclamineus ?Jenny?, eine kräftige Alpenveilchen-Narzisse mit ausgedehnter Blütezeit braucht Zeit zur Vermehrung.