
Der Lieblingsschlossgarten des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz (1724 bis 1799) liest sich wie ein historisches Musterbuch der Wasserkunst im Grünen vom »französischen« bis zum »englischen« Gestaltungsstil. In vorindustriellen Zeiten schätzten Besucher in Schwetzingen schon die meisterhafte Gartengestaltung mit ihren Broderieparterres, den wie Stickereimuster aussehenden Beeten im kreisrunden Zentrum der Anlage hinter dem Schloss, oder dem tempelgekrönten Belvedere. Als mindestens ebenbürtige Leistung galt neben der Bewässerung der Beete auch die Kunst, das nach unten strebende Wasser gen Himmel schießen zu lassen und es dabei möglichst noch kunstvoll zu formen.
Noch heute beeindruckt Besucher der Zauber, der von den zahlreichen sinnlichen Statuen, Reliefs und Figurengruppen zu Ehren des Lebenselixiers Wasser ausgeht.
All diese Darstellungen fügen sich über Spiel und Spaß hinaus zu der in Gartenkunst umgesetzten Botschaft des »guten« Kurfürsten Carl Theodor von der »Rückkehr des Goldenen Zeitalters« in seinem Reich zusammen. Gemeint war das Zeitalter des antiken Gottes Apollo, des ebenso jungen wie schönen Gottes des Lichtes und der Erleuchtung. Später wurde dieser musisch, medizinisch und politisch begabte Held mit dem Sonnengott Helios gleichgesetzt, so wie sein »Goldenes Zeitalter« als Synonym für universellen Frieden und Harmonie unter den Menschen galt. Es leuchtet ein, dass diese Lichtgestalt von diversen feudalen Herrschern ? von Louis XIV. bis eben zu dem Schwetzinger Carl Theodor ? zu ihrem mythologisch erhöhten Ebenbild erkoren wurde.
Adresse: Schlossverwaltung, 68723 Schwetzingen
Schlosskasse und Sonderführungen: Tel. 0 62 02-12 88 28
E-Mail: info@schwetzingen.de | www.schwetzingen.de | www.schloesser-und-gaerten.de
Öffnungszeiten des Schlossgartens: April bis September von 8 bis 20 Uhr, im März und Oktober von 9 bis 18 Uhr, November bis Februar von 9 bis 17 Uhr.