
Was macht ein Gehölz aus: Blüten, Laub, Wuchsform und Rinde! Es lohnt sich, bei einer ganzen Reihe von Bäumen und Sträuchern einmal hinter die grüne Fassade zu schauen. Es wird Zeit, ihre attraktiven Rindenstrukturen und Farben näher zu betrachten.
Birken sind für ihre seidig-zarte Rinde bekannt. Diese Arten sind besonders schön:
Zu den schönsten unter diesen denkbar anspruchslosen Bäumen gehört die weißrindige Himalaya-Birke (Betula utilis). Betula utilis var. jacquemontii ist auch als Schnee-Birke bekannt, und dieser Name ist Programm: Die wie bei allen Birken attraktiv und in feinen Streifen waagerecht abblätternde Rinde ist schneeweiß.
Es gibt für jeden Garten die ideale Birke:
Viel Platz beansprucht die Papier-Birke (Betula papyrifera). Ihre weiße Rinde ist von hellgrauen Korkzellen (Lentizellen) durchzogen, was ihr ein sehr elegantes Aussehen verleiht. Sie hat außerdem eine leuchtend gelbe Laubfärbung im Herbst.
Wesentlich dunklere Töne hat die Kupfer-Birke (Betula albosinensis) zu bieten. Dieser im Wuchs der Himalaya-Birke ähnliche Baum hat eine rosabraune Rinde mit Mahagoni-Untertönen, die bei der Varietät Betula albosinensis var. septentrionalis noch einen geheimnisvollen grauen Hauch zeigt.
Der »Beatle« unter den Birken ist die Schwarz-Birke (Betula nigra). Ihre Rinde blättert so stark in Grau- und Brauntönen ab, dass sie den Stamm in einen dichten Pelz zu hüllen scheint. Auch sie wird bis zu zehn Metern hoch.
Auch bei den Ahorn gibt es einige Sorten mit einer auffällig gefärbten Rinde. Besonders die wegen ihrer gezeichneten Rinde bekannten Schlangenhaut-Ahorne sind auch im Winter näherer Betrachtung wert. Unter den in die Tausende gehenden Kulturformen des Japanischen Fächer-Ahorns (Acer palmatum) begeistert ?Senkaki? mit frisch orangeroten Zweigen. Die Rinde älterer Pflanzenteile hingegen vergraut später.
Der Rote Schlangenhaut-Ahorn (Acer capillipes) hat rote junge Zweige und am Stamm eine braungrüne Rinde mit weiß-grauen Längsstreifen. Die dreilappigen Blätter erinnern ein wenig an Weinlaub und sind vor dem Laubfall kräftig rot.
Vergleichbar ist Acer pennsylvanicum, dessen Form ?Erythrocladum? weithin sichtbare leuchtend orangerosa Zweige hat. Acer rufinerve, der Rostbart-Ahorn, stammt aus China, aber auch seine Rinde ist weiß und dunkelgrün gestreift.
Ein Star unter allen Gehölzen, die im Winter ins Auge fallen, ist zweifellos der Zimt-Ahorn (Acer griseum). Bereits bei kleinen Pflanzen ist zu erkennen, wie sich die dunkelrotbraune oberste Rindenschicht in kleinen Plättchen ablöst und zusammenrollt, um den Blick auf eine zimtbraune, glatte Schicht freizugeben. Der Zimt-Ahorn ist im Sommer unscheinbar, im Herbst färben sich seine Blätter orangerot.