
Aus seltenen Exoten sind unverzichtbare Dekorationsobjekte geworden: Orchideen als Zimmerpflanzen sind vielseitig und haben dank enormer Haltbarkeit ihrer Blüten einen unvergleichlichen Siegeszug in deutsche Wohnungen angetreten. Wir verraten, welche Sorten im Trend liegen und einfach zu pflegen sind.
Wer auf Bäumen wächst, bleibt nicht lange nass. Also Vorsicht beim Gießen.
Das sehr lockere Pflanzsubstrat muss immer zwischen jedem Gießen leicht abtrocknen können. Werden die Pflanzen zu trocken gehalten, nehmen sie ebenfalls Schaden. Das erkennt man am Schlaffwerden der ledrigen Blätter ? das übrigens immer Störungen in der Wasserversorgung anzeigt: Denn auch zu nass gehaltene Pflanzen welken!
Phalaenopsis mögen viel Licht, erleiden aber bei Hitze und direkte Sonneneinstrahlung an einem Südfenster schnell einen Sonnenbrand.
Exklusive Namenssorten sind in der Regel im Fachhandel oder in reinen Orchideengärtnereien zu haben und entsprechend teurer als günstige Supermarktpflanzen. Dafür halten die Blüten der oft preisgekrönten Sorten auch monatelang. Gerade durch die Einkreuzung gelb blühender Naturformen mit ihren wachsartigen, eher sternförmigen Blüten und durch die Verbindung mit der nahe verwandten Doritis entstanden sehr haltbare Blüten von neuer Farbintensität.
Gute gelb blühende Phalaenopsis sind moderne Dekorationspflanzen, die am schönsten sind, wenn man sie beim Öffnen der Knospen nicht so häufig umstellt oder dreht. Bleibt der Lichteinfall gleich, öffnen sich die Blüten alle in einer Richtung; anschließend kann man sie mit der Schauseite fast überall wirkungsvoll platzieren.
Ganz andere Pflanzengestalten sind die modernen Mehrgattungshybriden aus den Orchideen des eher temperierten bis kühlen Bereichs: Odontoglossum, Oncidium, Miltonia, Cochlioda, Brassia und andere haben so wunderbare Pflanzen wie die x Vuylstekeara und x Degarmoara hervorgebracht.
Sie brauchen helles Licht ohne allzu starke Sonneneinstrahlung und eine gleichmäßige Feuchtigkeit. Ihre Pseudobulben, verdickte, meist von Blättern umgebene Speicherorgane, sollten nie zu sehr schrumpfen.
Sie blühen fast das ganze Jahr, denn immer sobald das Wachstum eines neuen Triebes abgeschlossen ist, kommt ein neuer Blütentrieb. Er ist je nach Sorte straff aufrecht bis elegant gebogen und dicht mit mehrfarbigen Blüten besetzt. Im Sommer können diese Pflanzen ? vor Schnecken gschützt ? auch an einem Plätzchen im Garten stehen oder aufgehängt werden. Die Luftfeuchtigkeit bekommt ihnen besonders gut. Orchideen sind eben viel unkomplizierter, als man denkt!
Die meisten Orchideen gedeihen auf der Fensterbank prächtig. Für gesunde Orchideen ist das Substrat, also die »Erde« wichtig. Nur wenige Orchideen wie der Venusschuh (Paphiopedilum) oder die abgebildete Masdevallia wachsen am Boden, also terrestrisch. Sie brauchen eine gleichmäßige Feuchtigkeit und etwas Humusanteil im Substrat.
Die baumbewohnenden (epiphytischen) Orchideen und ihre modernen Nachkommen brauchen ein sehr lockeres Substrat auf Rindenbasis. Manche im Handel angebotenen Orchideenerden sind in der Struktur zu fein. Fühlen Sie durch den Beutel, ob die Erde leicht körnig oder grobbrockig ist. Letztere ist immer besser geeignet, da die Wurzeln immer luftumspült sein sollten.
Frisches Substrat wirkt übrigens Wunder: Topfen Sie ruhig alle zwei Jahre in wenig größere Töpfe um ? oder bei schwachem Pflanzenwachstum wieder in die gleiche Topfgröße. Abgestorbene Wurzeln werden abgeschnitten, die Pflanze in den Topf gehalten und dann mit Substrat aufgefüllt. Ruhig kräftig andrücken!
Frisch aus der Züchterfantasie. In den letzten Jahren sind neben den Phalaenopsis vor allem die sogenannten Mehrgattungshybriden beliebt. Sie sind erstklassige Zimmerpflanzen, die in nicht zu warmen Räumen hervorragend gedeihen. Mehrgattungshybriden sind Kreuzungen von Pflanzen verschiedener Gattungen und werden mit einem »x« vor dem Namen gekennzeichnet.