im goldrausch

Zitruspflanzen sind längst nicht mehr den Orangerien der Herrenhäuser vorbehalten. Sie sind für jeden erschwinglich, verlangen aber eine sorgfältige Pflege. Wir geben Ihnen praktische Tipps, wie auch bei Ihnen goldene Zeiten anbrechen.

Einkauf
Zitrusbäumchen sind weder Garten- noch Zimmerpflanzen. Sie brauchen unbedingt Lebensbedingungen, die ganz ihren Bedürfnissen entsprechen. Ausnahmen bilden die schwachwüchsige Calamondin-Orange (x Citrofortunella mitis), die schon als junge Pflanze blüht und kleine Früchte produziert. Sie verträgt das Zimmerklima fast immer. Die Bitterorange (Poncirus trifoliata) übersteht ausgepflanzt an etwas geschützter Stelle den Winter auch im Garten.

Temperatur
Frostfrei müssen Zitruspflanzen unbedingt bleiben: Ins Freie dürfen sie erst nach den Eisheiligen Ende Mai. Dort noch eine Woche von der Mittagssonne fernhalten! Vor den ersten Nachtfrösten Ende September brauchen sie bereits ein sicheres Winterquartier. Ideal ist ein 5 bis 8 Grad kühles, helles und lüftbares Glashaus. Manche Hitze gewohnten Arten mögen es bis zu 16 Grad warm. Vollbeheizte Wohnräume verträgt aber kein Citrus.

Licht/Standort
"Frage dich, woher eine Pflanze stammt, dann weißt du, welche Bedürfnisse sie hat", lautet eine Gärtnerweisheit. So lieben Zitruspflanzen im Sommer Südlagen mit viel Sonne. Stehen die Kübel auf dem Rasen, werden Blattläuse und Spinnmilben ferngehalten. Für die richtige Überwinterung gilt: Kühl und hell sollte der Standort sein. Wichtig ist eine gute Belüftung ohne Zugluft. Sie senkt die Luftfeuchtigkeit und wirkt Krankheiten entgegen.

Erde
Erde gut, alles gut: Alle Zitrusarten schätzen eine nährstoffreiche, lockere, kalkfreie, leicht saure Erde mit einem pH-Wert um 5. Strukturstabil muss sie sein, denn Verdichtungen führen zu Staunässe und Wurzelfäule. Englmeier empfiehlt eine Mischung aus je 1/4 Humus, Sand, Lehm und Torf ? oder die entsprechende (keimfreie!) Fertigerde. Für die Sauerstoffversorgung der Wurzeln mischt er Blähton bei, für die Drainage sind Tonscherben am Topfboden geeignet.

Wässern
"Am Gießen erkennt man den Gärtner", heißt es ? Fingerspitzengefühl ist gefragt. Im Winter sollte nur sparsam gegossen werden. Eine leichte Ballenfeuchte reicht aus. Im Sommer ist zuviel ebenso tödlich wie zuwenig.  Ein Tipp: Wenn sich die oberen 2 bis 4 cm der Substratschicht trocken anfühlen, ist Wässern angesagt ? aber nur entlang des Kübelrandes!

Düngen
Ende Januar mit ablagertem Stallmist zu mulchen hat sich bewährt; Ende März folgt Knochenmehl. Während der Hauptvegetationszeit vom Frühjahr bis Ende August sollte alle ein bis zwei Wochen ein spezieller Zitrusdünger (mit den Hauptnährstoffen Stickstoff, Phosphor und Kali im Verhältnis 4:1:2) ausgebracht werden. Im März eingesetzter sogenannter Langzeitdünger mit einer Wirkungsdauer von bis zu sechs Monaten erspart Hobbygärtnern den häufige Düngerhythmus.

Umtopfen
Nach der Ruhephase gilt der März oder April als bester Zeitpunkt. Erwachsene Zitruspflanzen brauchen neue Gefäße, sobald ihre Erde ausgelaugt ist ? alle drei bis fünf Jahre. Mit einem stumpfen Gegenstand schaben wir die Erde am Rand des Ballens ab. An- und abgebrochene Wurzeln müssen sauber abgeschnitten werden. Der Wurzelhals bleibt knapp über der Erde.

Schnitt
Das Gleichgewicht von Blüten, Früchten und Wachstumskraft in der Kugelkrone erfordert regelmäßiges Schneiden. Die Krone formiert man ab März vor dem Knospenaustrieb, damit Licht und Luft hinein gelangen. Die einjährigen Triebe werden um ca. ein Drittel eingekürzt, kranke und behindernde Zweige ganz herausgeschnitten. Lange Neutriebe werden entspitzt.

Veredelung
Laien kommen mit der üblichen Stecklingsmethode besser zurecht. Obstgärtner bevorzugen aber die klassische Veredlung: Ein Teilstück der zu vermehrenden Zitrussorte wird einer anderen Zitruspflanze (meist dient Poncirus trifoliata als Unterlage) auf- oder eingesetzt ? üblicherweise, wenn der Austrieb gerade beginnt. Die Edelreiser werden am besten im Winter geschnitten.

 

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