Zauberhaft sind sie nicht allein wegen ihres Namens: Hamamelis oder Zaubernüsse gehören mit ihren Blütensternen zu den ersten Frühlingsboten. Von Creme bis Rubinrot reicht die Farbpalette. Und was die Fülle der Gelbtöne betrifft: Welchen hätten Sie gern?
Wann beginnt eigentlich der Frühling? Mit den ersten neuen Blüten im Gartenjahr? Dann sind es wohl die Zaubernuss-Sträucher (Hamamelis), die den Beginn der neuen Jahreszeit mit einem feinen Feuerwerk sternförmiger Blüten an den kahlen Zweigen markieren.
Die sechs Arten der Gattung stammen aus dem östlichen Nordamerika und Ostasien, und ihre Blütezeit erstreckt sich von November (Hamamelis virginiana) bis in den späten März hinein (Hamamelis japonica). Ab Februar aber sind es in unseren Gärten vor allem die Sorten von Hamamelis x intermedia, die mit einem reizvollen Farbspektrum von Creme bis Rubinrot über unzählige Gelb- und Orangetöne begeistern.
Die Hybriden sind aus der Kreuzung der chinesischen Hamamelis mollis mit der aus Japan stammenden Hamamelis japonica hervorgegangen. Die Blütezeiten beider Arten überlappen, was in gärtnerischer Kultur zur Bestäubung führen kann. Einer der bekanntesten und ältesten Nachkommen ist die Sorte ?Pallida?, die oft noch unter der inzwischen inkorrekten Bezeichnung Hamamelis mollis ?Pallida? geführt wird. Sie blüht überreich ab Ende Januar mit recht langen Blütenblättern von blassem Sonnengelb.
Was die Ansprüche betrifft, sind Zaubernüsse nicht allzu schwer zufrieden zu stellen.
- Sie mögen einen humusreichen Boden mit eher saurem Niveau.
- Trockenheit während der Wachstumsperiode im Frühjahr wird nur sehr schlecht vertragen, während warme Sommer das Ausreifen des Holzes und einen reichen Knospenansatz fördern.
- Umpflanzen wird sehr schlecht vertragen und gerade ältere Exemplare überleben solche Aktionen nicht.
- Manche Sorten haben zeitweise die schlechte Angewohnheit, das trockene Laub im Herbst nicht abzuwerfen, so dass der Eindruck zur Blütezeit nicht besonders erfreulich ist. Hier sei Perfektionisten geraten, die Blätter im frühen Winter von Hand zu entfernen. Das ist zwar etwas Mühe, aber der einwandfreie optische Eindruck einer strahlenden Blüte entschädigt für zwei Stunden an der frischen Luft!
- Regelmäßige Schnittmaßnahmen sind nicht förderlich. Lediglich einzelne Zweige können entfernt werden, um das Wuchsbild dem natürlichen Habitus entsprechend zu korrigieren. Dieses ist von Natur aus V-förmig und der Aufbau im ersten Jahrzehnt vasenartig. Erst danach streben Zaubernüsse in die Breite.
- Das Bild einer einzelnen Zaubernuss, die inmitten einer Rasenfläche ihr Dasein fristet, ist nicht nur recht traurig, es widerspricht auch der Natur dieser herrlichen Gehölze, weil der Boden mit dem flach streichenden feinen Wurzelsystem sich unter der gemähten Rasenfläche bei starker Sonneneinstrahlung aufheizt, was auf Dauer das Wachstum empfindlich beeinträchtigen kann.
- Die Wahl einer passenden Umgebung ist ganz entscheidend für die Wirkung einer Zaubernuss-Blüte. Helle Farbtöne kommen vor einer Kulisse aus immergrünen Gehölzen am besten zur Geltung. Hier darf man experimentieren: Je heller das Gelb, desto dunkler sollte das Laub der Begleitpflanzen sein. Da die Blüten der Hamamelis sehr feingliederig sind, empfiehlt sich eine optisch ruhige Umpflanzung. Nicht zu viele verschiedene Arten und eher großes als feines Laub sind angesagt. Bei den Rot- und Orangetönen ist ein heller Hintergrund nötig, um ihnen zur Wirkung zu verhelfen. Eine rote Hamamelis-Hybride vor einer Mauer, die mit gelbbuntem Efeu bewachsen ist, ist ein aufregender Anblick.