Was gibt es Schöneres, als an einem heißen Sommertag im lichten Schatten eines mit Blauregen, üppig blühenden Waldreben und duftenden Kletterrosen berankten Pavillons zu sitzen? Wir stellen Ihnen die schönsten Kletterpflanzen vor.

Der aus Ostasien stammende Winter-Jasmin (Jasminum nudiflorum) zählt zu den frostharten Winterblühern. Die ersten Blüten öffnen sich bei milder Witterung schon im Dezember. Der Winter-Jasmin blüht sehr ausdauernd bis in den April hinein.
Unter den Kletterpflanzen gehört er zur Gruppe der Spreizklimmer.
Kletterhilfe: Er bildet keine speziellen Kletterorgane aus. Stattdessen erklimmt er mit Hilfe seiner langen, rutenförmigen dünnen Triebe Spaliere und Rankgerüste. Die peitschenartigen Triebe sollten regelmäßig am Rankgerüst angebunden werden. Besonders eignen sich Kletterhilfen aus waagerecht ausgerichteten Holzlatten, Stäben oder Drahtseilen. Der Winter-Jasmin erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 3 Metern.
Pflege: Der Winter-Jasmin bevorzugt sonnige bis leicht schattige geschützte Standorte und kalkhaltige, nährstoffreiche Gartenbögen.
Winter-Jasmin ist eine sehr schnittverträgliche Pflanze. Da der Winter-Jasmin besonders am jungen Holz blüht empfiehlt sich ein regelmäßiger Rückschnitt nach der Blüte im April. Die Seitentriebe werden dann auf wenige Augen eingekürzt.

Der Blauregen ist einer der schönsten Kletterpflanzen unserer Gärten. Während der Chinesische Blauregen (Wisteria sinensis) im Mai noch vor dem Laubaustrieb mit blauvioletten oder weißen Einzelblüten in langen, hängenden Trauben blüht, erscheinen die Blütentrauben des Japanischen Blauregens (Wisteria floribunda im Mai/Juni mit dem Austrieb. Zur Blütezeit bietet der Blauregen ein überwältigendes Schauspiel.
Kletterhilfe: Der Blauregen gehört zu den stark wachsenden windenden Kletterpflanzen. Er kann eine Höhe von bis zu 10 Metern erreichen. Dazu benötigt der Blauregen eine gut verankerte, tragfähige Rankhilfe aus senkrecht stehenden Stäbe oder Drähte um die sich der gesamte Pflanzenspross in die Höhe windet. Vorsicht ist geboten, wenn sich Regenrohre in der Nähe des Blauregens befinden. Die Triebe sind in der Lage, mit ihrem Dickenwachstum Metallrohre und Dachrinnen zu zerdrücken.
Pflege: Sonnige, warme Standorte mit nicht zu trockenen, nährstoffreichen und lockeren Böden sind für den Blauregen optimal. Die Kletterpflanze bevorzugt leicht sauren Untergrund und ist sehr empfindlich gegenüber Staunässe.
Um den stark wachsenden Schlinger im Zaum zu halten, sind zwei Rückschnitte pro Jahr erforderlich. Der erste Rückschnitt erfolgt nach der Blüte. Die Seitentriebe werden auf 3-5 Knospen eingekürzt. Später im Jahr werden die nach dem ersten Schnitt neu gebildeten, dünnen Triebe noch einmal stark zurück geschnitten. Der Blauregen verträgt auch einen starken Rückschnitt. Der beste Zeitpunkt dafür ist Ende Februar. Dann treiben sie auch aus dickeren Stämmen wieder aus.

Kletterhilfe: Die Waldrebe (Clematis) gehört zur Gruppe der Ranker. Mit seinen korkenzieherförmig ausgebildeten Blattstielen halten sich die Pflanzen an den gitterförmigen Kletterhilfen fest. Wichtig ist, dass die Streben der Rankgitter nicht dicker als 7 mm sein sollten.
Pflege: Alle Waldreben benötigen einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit gleichmäßig feuchtem, humusreichem und nicht zu saurem Boden. Die Pflanzen bevorzugen einen beschatteten Wurzelbereich.
Große Unterschiede im Wuchsverhalten gibt es zwischen Arten wie der Italienischen Waldrebe (Clematis viticella), die Berg-Waldrebe (Clematis alpina) oder der Anemonen-Waldrebe (Clematis montana) und den vielen großblütigen Hybridformen (Clematis-Hybride).
Bei den Pflanzen der Italienischen Waldrebe (Clematis viticella), die Berg-Waldrebe (Clematis alpina) oder der Anemonen-Waldrebe (Clematis montana) empfiehlt sich ein gelegentlicher Auslichtungsschnitt nach der Blüte. Besonders wüchsig ist die Anemonen-Waldrebe (Clematis montana). Sie ist mit 8-10 m Höhe eine der größten Arten. Ihre rosa beziehungsweise weißen anemonenähnlichen Blüten erscheinen im Mai in außerordentlicher Fülle.
Die Großblumigen Waldreben (Clematis-Hybriden) sind durch intensive Kreuzung verschiedener Clematis-Arten entstanden. Sie erreichen nur eine Wuchshöhe von 3-4 Metern. Die meisten Clematis-Hybriden sind öfterblühend. Die ersten Blüten erscheinen im späten Frühling am einjährigen Trieb und im Spätsommer am neuen Austrieb. Um die Spätsommerblüte zu fördern, werden die Pflanzen im Frühjahr etwas stärker zurück geschnitten. Einmalblühende Sorten blühen ausschließlich am neuen Austrieb und werden jedes Jahr im frühen Frühjahr auf etwa 30 cm Höhe zurück geschnitten.

Die Attraktivität des Efeu beruht auf dem schönen immergrünen Blattschmuck. Neben der Wildart (Hedera helix) und dem Persischer Efeu (Hedera colchica) gibt es zahllose schöne buntblättrige Sorten. Alte Pflanzen bilden aufrecht wachsende, nicht kletternde Triebe. Die Blätter der Altersform sind im Gegensatz zu den drei- bis fünflappigen Formen der Jugendform ungelappt und rauten- bis herzförmig.
Vor der Begrünung einer Fassade mit Efeu muss diese auf auf Risse im Putz oder Mauerspalten kontrolliert werden. Die Haftwurzeln können leicht in Risse eindringen und Schäden am Mauerwerk verursachen. Efeu kann nach Bedarf zurückgeschnitten werden. Das Beseitigen einzelner Triebe oder ganzer Pflanzen ist schwierig, da die Haftwurzeln sehr mühsam zu entfernen sind.
Kletterhilfe: Der Efeu ist die einzige in Mitteleuropa heimische immergrüne Kletterpflanze. Er gehört zur Gruppe der Selbstklimmer. Mit Hilfe von Haftwurzeln erklimmt er Höhen von bis zu 20 Metern.
Pflege: Der Efeu bevorzugt halbschattige bis schattige Standorte mit hoher Luftfeuchtigkeit sowie humus- und nährstoffreiche, kalkhaltige Böden.

Ab Juli erscheinen an den einjährigen Trieben trichterförmige, orange bis scharlachrote Blüten. Um die Blütenbildung anzuregen, werden im frühen Frühjahr die vorjährigen Triebe zurück geschnitten.
Kletterhilfe: Die aus Nordamerika stammende Trompetenblume (Campsis radicans) gehört wie das Efeu oder die Kletter-Hortensie zu den Selbstklimmern. Allerdings sind die Haftwurzeln nicht so stark ausgebildet. Es empfiehlt sich, die Pflanzentriebe zusätzlich an der Wand zu befestigen. Die leicht windenden Triebe geben zusätzlich Halt.
Pflege: Trompetenblumen lieben sonnige, warme, windgeschützte Plätze und einen beschattetem Wurzelbereich.