winterharte kamelien

So früh im Jahr so große Blüten in kräftigen Rot- und Rosatönen oder edlem Weiß zu sehen, ist schon ungewöhnlich. Wochenlang hält die Farbenpracht der Kamelien an, und selbst schneebedeckte Blüten sind in dieser Zeit nicht selten zu sehen.

Probieren geht über Studieren: Unsere Tipps für Kamelien

  • Bei einer mittleren jährlichen Minimaltemperatur von -12° C erfriert nur der ein oder andere spätsommerliche und nicht ausgereifte Trieb. Spätfröste können zwar während der Blüte größeren Schaden anrichten, doch auch der ist zu verschmerzen, weil noch geschlossene Knospen sich erst bei milderem Wetter öffnen.
  • Selbst wenn um die Eisheiligen herum der junge Austrieb Schaden nimmt, regenerieren sich die Pflanzen durch einen zweiten Trieb im Sommer. Dann aber sollte bei Trockenheit gewässert werden, damit die Pflanze die Verspätung im Wachstumszyklus optimal kompensieren kann.
  • Anfängern, die vergleichbare klimatische Bedingungen in ihren Gärten vorfinden, rät der Experte, ein nicht zu kleines Exemplar einer robusten Sorte anzupflanzen, und zwar möglichst im Windschatten des Hauses oder einer Mauer. Je größer die Pflanze, desto besser kann sie die Winter überstehen.
  • Kamelien verfügen über ein ausgesprochen genaues Gespür fürs Klima: Die im Herbst und Winter blühende Art Camellia sasanqua tut dies in Deutschland von Oktober bis Januar und in Neuseeland von März bis Juni, dem Winter auf der südlichen Halbkugel. Wird eine Pflanze in Neuseeland aufgezogen und nach Deutschland exportiert, blüht sie auch hier im Winter. 
  • Die Pflanzen scheinen unsichere Witterungsverhältnisse zu erahnen. Dann schicken sie einige Blüten vor der Zeit ins Rennen. Verfrieren diese, wartet die Pflanze eine Weile auf besseres Wetter. Logisch ist das, denn sollten alle Blüten verfrieren, könnte sich keine Frucht entwickeln, deren Saat für den Fortbestand sorgt.
  • Alle Kamelien brauchen einen leicht sauren und vor allem lockeren, humusreichen Boden. Leichte Lehmböden sind, wenn sie mit Laubkompost angereichert werden, ideal für Kamelien, weil sie lebenswichtige Bodenfeuchtigkeit für die Flachwurzler garantieren.
  • Wegen ihrer Ansprüche sind Rhododendron, Lorbeerrosen (Kalmia) und Lavendelheide (Pieris) gute Pflanzpartner.
  • Ein Platz unter tief wurzelnden, höher wachsenden Gehölzen ist das Nonplusultra.
  • Kamelien benötigen nur die Hälfte der Düngermenge, die für Rhododendron empfohlen wird.
  • Da die Knospen nach dem Triebabschluss im Sommer angesetzt werden, darf die Pflanze in dieser Zeit nie unter Trockenheit leiden. Das könnte Knospenfall hervorrufen. Er hat den Sträuchern den Ruf eingetragen, heikel zu sein. Dabei sind sie es keineswegs ? vorausgesetzt, man lässt ihnen ihre Freiheit.

 

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