Sie sind schon seltsame Gestalten im Pflanzenreich: Die zarten Elfenblumen (Epimedium) faszinieren durch fragile Schönheit und überzeugen als anspruchslose und vielfältig einsetzbare Schattenstauden. Grund genug, nicht allein von Fabelwesen begehrt zu werden.
Elfenblumen überzeugen nicht nur mit dichter, immergrüner Laubdecke, sondern auch mit einer erstaunlichen Trockenheitsresistenz in den Sommermonaten. Allerdings gilt das nur für eingewachsene Pflanzen; frisch gepflanzte Gruppen müssen im ersten Jahr bei Trockenheit regelmäßig gewässert werden, um das Wachstum der unterirdischen Rhizome zu fördern. So muss man nicht in Sorge sein, wenn im ersten Jahr über der Erdoberfläche wenig passiert. Im zweiten Jahr ist das Erstaunen über die sich nach und nach schließende Vegetationsdecke dann groß.
- Entscheidend ist, dass wie bei allen Bodendeckern recht dicht gepflanzt wird.
- Bei den robusten Epimedien-Arten sollten zwölf Exemplare auf den Quadratmeter Fläche verteilt werden.
- Sie kommen auch mit schwereren Lehmböden gut zurecht, während die anderen Arten wegen des feinen Wurzelwerks lockere und humose Böden mögen, die den natürlichen Standortbedingungen in Wäldern entsprechen, wo Falllaub eine nahrhafte Humusauflage bildet.
- Das eigene Laub der immergrünen Stauden sollte im späten Winter bodennah abgeschnitten werden. Dann kann sich neues Laub gut entwickeln; bis Anfang März sollte diese Arbeit geschehen sein, da die zeitig erscheinenden Neuaustriebe sonst Schaden nehmen.
- Was den Boden betrifft, sind viele Arten und Sorten recht tolerant, einzig Epimedium grandiflorum mag sauren Boden und quittiert abweichende pH-Werte mit Kümmerwuchs bis völligem Verschwinden innerhalb weniger Jahre.
- Was die Qualitäten der Elfenblumen betrifft, zeichnen sie sich auch durch eine Anpassungsfähigkeit an ihre Nachbarn aus. Hier erweist sich die Unscheinbarkeit in Laub und Blüte eigentlich als echter Vorteil. Gerade das matt glänzende Laub der immergrünen Formen ist eine schöne Basis für Gehölze, die im Winter durch auffallende Rindenfärbungen begeistern. Immergrüne Formgehölze kommen in der Bodendecke zur Geltung. Epimedien eignen sich für naturnah gestaltete Schattengarten-Partien wie für formale Gestaltungskonzepte.
- Unter den Stauden harmonieren sie mit vielen Pflanzen, die an ähnliche Lichtverhältnisse angepasst sind. In Flächen mit Epimedium können größere Hosta in Dreiergruppen oder als Einzelstück gepflanzt werden. Entweder Ton in Ton mit großen grünblättrigen Sorten wie ?Jade Cascade? (sehr schöner skulpturaler Wuchs) oder der noch größeren und überhängenden ?Green Acres?. Oder aber mit kontrastierenden buntblättrigen Sorten wie der vasenförmig aufgebauten ?Sagae? (auch als ?Fluctuans Variegata? im Handel) und blauen Riesen wie ?Snowden? oder ?Big Daddy?.