der blätter wegen sollst du sie lieben

Fast alle Purpurglöckchen blühen eher unscheinbar, das  Laub macht ihren Schmuck aus. Neue Formen kommen auch mit Sonne zurecht: So mag die erstaunlich blütenschöne Art Heuchera sanguinea sonnige Plätze am liebsten. Ihre prachtvolleren Zuchtformen und Auslesen wie ?Leuchtkäfer? fühlen sich in den sonnigen Vorgärten und in vorderster Front der Rabatte so viel wohler als im Schatten.

Bodendecker: Alle Heuchera bilden in Gruppen stehende, offene Rosetten aus gelappten Blättern. Natürlich breiten sie sich weit weniger durch ein Rhizom aus wie andere Bodendecker, zum Beispiel Storchschnabel (Geranium) oder Bergenien. Deshalb muss man sie von Anfang an dichter pflanzen.

Farbspiele: Die Farbpalette der Blattschmuckstauden unter den Heuchera ist erstaunlich. Von den attraktiv silbern und grau geaderten Blättern grüner Sorten wie ?Beauty Color? ? eine fast identische Sorte zu Heuchera americana ?Eco-magnififolia? ? bis zu dunkelsten Purpurtönen reicht die Palette. Besonders dunkel ist ?Obsidian?, eine Form, die nur mit einem Optimum an Sonneneinstrahlung zu Höchstform aufläuft. Sie stammt aus der Züchtung von Dan Heims, der sie als "wirklich schwarz" bezeichnet. Inzwischen ist sie erfreulicherweise auch in Deutschland erhältlich. Inzwischen gibt es über Hundert gute Sorten wie zum Beispiel ?Caramel?, eine erst 2005 eingeführte Sorte mit wirklich karamellfarbenen Blättern, die viel robuster als ?Amber Waves? ist, die davor für Furore sorgte.

Kombinationen: Glänzende Pflaumenfarbe mit silbrig scheinender Aderung bringt ?Plum Pudding? ins Spiel. Sie ist deshalb ein kongenialer Partner für Blütenstauden im Lila-Rosa-Purpur-Spektrum. Weil ihr Farbton so delikat ist, sollte sie in größeren Gruppen eingesetzt und niemals mit rotlaubigen Pflanzen kombiniert werden. Denn sonst würde ihr reizvolles Laub schmutzig und düster erscheinen.
Besser zu rotlaubigen Gehölzen wie den Formen des Perückenstrauches (Cotinus) passen die rötlich-braunen Heuchera. Mit ihnen kann man sanfte Farbabstufungen erzielen, die mit keiner anderen winterharten Staude in dieser Fülle zu erreichen wären. ?Chocolate Ruffles? und ?Velvet Night?. Letztere ist sehr dunkel mit elegant gewelltem Laub, während das bei ?Chocolate Ruffles? noch ausgeprägter ist. Diese Sorte hat das haltbarste Laub aller Heuchera-Hybriden. Es widersteht stärkerer Sonneneinstrahlung ebenso sehr wie dem Ansturm der immer hungrigen Schnecken.

Pflege: Heuchera sind verhältnismäßig anspruchslos. Sie brauchen einen nahrhaften Boden, der nicht zu schwer sein sollte, und je nach Sorte einen Platz mit dem richtigen Maß an Licht. Je weicher das Laub ist und je mehr Grün darin zu sehen ist, desto weniger Sonne mögen die Pflanzen dauerhaft. Wer besonders prachtvolles Laub haben möchte, sollte im Sommer bei Trockenheit rechtzeitig mit dem Wässern beginnen und dies regelmäßig fortsetzen. Denn das Wurzelsystem der Stauden ist fein.

Verjüngen: Ältere Pflanzen neigen dazu, kleine Stämmchen zu bilden. Das sieht unschön aus, kann aber ganz leicht behoben werden. Man nimmt die ganze Pflanze heraus und setzt sie tiefer wieder ein, sodass die Blattrosette dem Boden direkt aufliegt. Dabei kann man kleinere Seitentriebe entfernen und separat einpflanzen, um den eigenen Bestand zu vermehren. Die Blütenstiele sollte man immer sehr tief abschneiden, um den "Igel-Look" im Winter zu vermeiden.

 

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