staudengärten

Piet Oudolf schuf einen neuen Gartenstil mit Stauden, die Kraft der Natur in stimmungsvollen Pflanzenbildern sichtbar macht. Wer Beete von der Hand des Meisters betrachtet, wird ganz unmittelbar eingenommen. Wir verraten seine Tricks.

  • Das Faszinierende an Oudolfs Stil ist die Verbindung von Wildheit und kontrolliertem Wachstum, das reine Vergnügen und die Art, Pflanzenformen zu zelebrieren. Kultur und Natur findet hier zu einer einzigartigen Synthese.
  • In Piet Oudolfs privatem Garten sind Gräser, Korbblüter und Doldenblüter die prominentesten Pflanzengruppen, die alljährlich im Spätsommer eine Sinfonie von Farben und ­Formen entfalten. Oudolf bevorzugt Töne, die dem Vorbild der Natur gemäß harmonieren und nicht aus gärtnerischer Eitelkeit zusammenfanden.
  • Der Gartenkünstler revolutionierte das konventionelle Verständnis von Gartenpflanzen. Er achtet auf Stängel, Laub und Blüte. Selbst Staudenphloxe (Phlox paniculata), die man gemeinhin auschließlich wegen ihrer prachtvollen Blüten schätzt, wirken bei ihm auch nach der Blüte exzellent. Denn die Samenstände aller Stauden bilden für ihn einen wesentlichen Aspekt im Gartenbild.
  • Nicht das Erreichen eines perfekten Zustandes über einen bestimmten Zeitraum hinweg ist das Ziel, sondern eine spannende Veränderung im Jahreslauf. Die Beete sehen sogar nach den Frösten malerisch aus und sind voller großartiger Eindrücke.
  • Gärtnert man sonst oft gegen die Zeit, um die Blüte zu verlängern, nutzt er den Wandel der Jahreszeiten ganz bewusst. Und wenn der Raureif seine Kombinationen im Herbst erstmals überzieht und Frost das Leben in den oberirdischen Pflanzenteilen aushaucht, ist das nicht das Ende der Gartensaison, sondern der Beginn einer neuen Leidenschaft.
  • Wer wie Oudolf pflanzt, wird im Winter viele schöne Stunden im Garten verbringen. Diese Hinwendung zu lebenden Gartenbildern ist das konsequente Ergebnis eines selbstgewählten Prinzips, demzufolge die Struktur das bedeutende Element in seiner Gestaltung mit Stauden darstellt.
  • Seine genaue Pflanzenkenntnis und vor allem die perfekte Beherrschung von Pflanzenkombinationen für schwierige Standorte, etwa trocken-heiße oder feuchte Plätze, beförderte die Erkenntnis, dass man standortgerecht pflanzen sollte. So werden die Pflanzen auf den Standort abgestimmt und nicht die Standortbedingungen auf die Bedürfnisse der Pflanzen passend zugeschnitten.
  • Füllpflanzen sind nötig, um den Hauptakteuren ausreichend Raum zur Wirkung zu geben, und sollten nach Meinung von Oudolf nicht stiefmütterlich behandelt werden. Außerdem verlangen die großen Arten untereinander einen respektvollen Abstand, damit sie nicht miteinander konkurrieren. Die Füllpflanzen müssen gut wachsen, sollten aber in ihrem Ausbreitungsdrang  nicht zu ungestüm sein.
  • Neben der Blütenfarbe und der Pflanzengestalt ist auch die Blattfarbe wichtig für den Gesamteindruck. Oudolf verwendet gerne die dunkel­rotlaubige Wolfsmilch Euphorbia dulcis ?Chamaeleon? oder den Waldkerbel Anthriscus sylvestris ?Ravenswing? mit seinen fein geschlitzten auberginefarbenen Blättern und cremeweißen Blütenschirmen. 

Adresse:
Kwekerij Oudolf
Broekstraat 17
6999 DE Hummelo
Niederlande
www.oudolf.com

 

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