rot ist die liebe: amaryllis

Was ein junger Forschungsreisender in den chilenischen Anden entdeckte, gehört heutzutage eigentlich in jeden besseren botanischen Haushalt. Es gibt nur wenige Zimmerpflanzen, die so anspruchslos sind.

Im Deutschen werden die Zwiebelpflanzen auch als Ritterstern bezeichnet. Amaryllis ist eigentlich botanisch nicht korrekt, weil die Pflanze zur Gattung Hippeastrum gehört. Die echte Amaryllis (Amaryllis belladonna) gehört zwar zur selben Familie (Amaryllidaceae), blüht aber reinrosa und weiß und stammt aus den afrikanischen Kap-Provinzen. Um die Verwirrung zu komplettieren, wird gelegentlich eine rosa blühende Freiland-Amaryllis angeboten. Dabei handelt es sich um die Hakenlilie (Crinum powellii), die in milden Gegenden Deutschlands bei tiefer Pflanzung tatsächlich winterhart ist.

Bei den Amaryllis kommt die Schönheit im wahrsten Sinn des Wortes »von innen«. In der faustgroßen Zwiebel ist alle Kraft für Blüte und Wachstum bereits angelegt. Die Zwiebeln gelangen unter günstigen Temperaturen sogar ohne Erde zum Blühen. Solche Spielereien bleiben wohl eher experimentierfreudigen Deko-Fetischisten vorbehalten.

Der ordentliche Blumenliebhaber pflanzt seine Amarylliszwiebel in einen Topf mit guter und nahrhafter Blumenerde, wohl wissend, dass ungefähr ein Drittel der Zwiebel unbedeckt vom Erdreich bleiben sollte.

Wer die Schönheit der Amaryllis im nächsten Jahr wieder genießen will, sollte den Pflanzen nach der Blüte etwas mehr Beachtung schenken, als die schmucklosen riemenförmigen Laubblätter verdienen. Dann werden auch wieder bis zu drei oder vier Blütenschäfte pro Zwiebel für eine Blütezeit von mehreren Wochen sorgen.

Es gibt ein Erfolgsrezept für die erfolgreiche Pflege: Folgen Sie den drei Vegetationsphasen der Amaryllis! Während der Blütezeit im Winter wird die Pflanze eingetopft und eher knapp gehalten, während des Wachstums nach der Blüte sollte sie optimal versorgt werden (alle 14 Tage flüssig düngen und normal gießen, Standort sonnig, auch im Freien). Im Herbst werden die Pflanzen dann in den kühlen Keller gestellt und am besten für ein paar Wochen vergessen. Erst im Winter wird die Zwiebel wieder neu angetrieben. Und dann sind es nur noch wenige Wochen bis zur Blüte.

Wählen Sie am besten lose Ware, die Sie dann selber eintopfen. Die Zwiebel sollte sich bei Druck fest anfühlen und keine Faulstellen haben. Am unteren Ende befindet sich idealerweise ein Kranz von fleischigen Wurzeln. Sind diese bereits vertrocknet, müssen sie entfernt werden, um Fäulnis zu verhindern. Je dicker die Zwiebel, desto reicher die Blüte!

Wählen Sie einen Topf, der gut zwei Finger zwischen Zwiebel und Topfrand erlaubt. Die Zwiebel wird fest eingepflanzt, der Zwiebelhals sollte aus dem Substrat herausschauen.

Gießen sie nur mäßig, denn erst gegen Ende der Blüte bildet sich der Großteil neuer Wurzeln. Nicht zu warm und möglichst hell aufstellen, damit der Blütenschaft nicht zu lang wird. Nach der Blüte ab Mai im Freien an einem sonnigen Platz aufstellen, regelmäßig düngen und gießen. Ab September das Gießen einstellen und eine achtwöchige Ruhezeit einhalten. Das Laub sollte jetzt komplett eintrocknen und wird dann entfernt.

 

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